Test: Mendors Erbschaft

von , 8.8.2003

 

Einleitung

"Mendors Erbschaft" war eines der am frühesten erschienen deutschsprachigen Module. Mein Test bezieht sich auf die aktuellste Version 1.3 des Moduls. Diese enthält, soweit ich das beurteilen kann, keine größeren Bugs mehr. Ein echter Pluspunkt! Das Modul ist übrigens auch in englischer Sprache erhältlich und zwar unter dem Namen "The Heritage of old Mendor". Ich empfehle zum Spielen im Einzelspieler-Modus einen Charakter der 3. oder besser der 4. Stufe zu verwenden.

Pro

- Ideenreiches Leveldesign
- Anspruchsvolle Kämpfe
- Keine Bugs

Contra

- Schwache Hintergrundgeschichte
- Kurz angebundene Gesprächspartner

Story

Mit noch schmerzenden Gliedern erwachte mein Held zu Beginn des Moduls unvermutet im Hospital der kleinen Stadt Armagast. Ohne lange Fragen zu meiner Vorgeschichte zu stellen, beauftragte mich kurz darauf ein alter Mann namens Nimo, doch bitte sein mächtiges Zauberbuch, welches sich sein vor kurzem verstorbener Freund Mendor von ihm ausgeliehen hatte, wiederzubeschaffen. Das Buch war, wie sich im späteren Verlauf der Handlung herausstellte, natürlich inzwischen über mehrere Zwischenstationen in die Hände eines üblen Schurken gefallen. Es galt also einmal mehr, die Welt zu retten... oder zumindest Armagast und Umgebung. Man könnte zur Geschichte also sagen: "The same procedure as last year, Miss Sophie? The same procedure as every year, James!" Wenn man etwas weniger nett ist, könnte man aber auch ein unfreundliches "Hanebüchen!" in den Raum werfen. Das "vollkommen" sollte man aber trotz allem weglassen, so schlecht ist die Geschichte, die bei einem Hack'n'Slay-Abenteuer wie "Mendors Erbschaft" zum Glück sowieso nicht die Hauptrolle spielt, nun doch nicht. Es gibt demgegenüber auch einige kleine Nebenquests, die sich allesamt recht ordentlich in die Welt einfügen und an keiner Stelle aufgesetzt wirken.

s Bewertung:
4.50 von 10 möglichen Punkten

durchschnittliche Punkte aller Bewertungen: 6.00

Dialoge

Im ganzen Modul gibt es nur sehr wenige Dialoge. Ich hätte mir auch manchmal einen fantasygerechteren Sprachstil gewünscht. Während der ca. vier bis fünf Stunden Spielzeit trifft man aber zumindest auf eine Menge unterschiedlicher Leute, die aber leider alle immer sehr kurz angebunden sind. Hier wäre "mehr" auch wirklich einmal "besser" gewesen. Aber in der Kürze der Entwicklungszeit war wohl einfach nicht mehr möglich. Leider tragen auch manche NSCs und Gegenstände englische Namen, das hätte sicher nicht sein müssen.

s Bewertung:
3.50 von 10 möglichen Punkten

durchschnittliche Punkte aller Bewertungen: 5.63

Leveldesign

Das Leveldesign ist die große Stärke des Moduls "Mendors Erbschaft". Die Schauplätze sind ausnahmslos alle recht ansprechend gestaltet und bieten genügend Abwechslung. Nach dem etwas zähen Einstieg (Ein Tipp: Armagast ist keine Erkundung der Karte wert!) mit einigen relativ großen Karten, auf denen nicht so sehr viel passiert, habe ich mich immer darauf gefreut, die nächste Karte zu sehen. Es kommen desweiteren hin und wieder auch einige anspruchsvollere Skripte und Effekte zum Einsatz. Besonders gut gefallen haben mir ferner zwei Stellen, wo man nur durch geschicktes Schleichen am ansonsten übermächtigen Gegner vorbeikommt. Auch ansonsten hatte Seraphim beim Design seiner Karten einige gute Ideen, zum Beispiel den Einbau von Teleportationsportalen und einer stylischen Vampir-Bar.

s Bewertung:
7.50 von 10 möglichen Punkten

durchschnittliche Punkte aller Bewertungen: 6.75

Kämpfe

Auch die Ausbalancierung der Kämpfe ist Seraphim relativ gut geglückt. Die meisten Kämpfe waren für meinen Level 4 Magier angenehm herausfordernd. Allerdings wären ein paar weniger EPs für getötete Monster eine gute Idee gewesen, denn da man in "Mendors Erbschaft" mit magischen Gegenständen extrem kurz gehalten wird, hatte ich am Ende einen Level 8 Magier mit der gleichen Ausrüstung am Körper, wie ich sie schon am Anfang des Moduls hatte. Gestört haben mich auch einige Encounter, bei denen die Monster nur wenige Meter vom Helden entfernt auftauchten. Für ein Hack'n'Slay-Abenteuer erfreulich war aber, dass hin und wieder ein paar taktische Kniffe anzuwenden waren, um den Kampf gewinnen zu können.

s Bewertung:
7.00 von 10 möglichen Punkten

durchschnittliche Punkte aller Bewertungen: 6.79

Multiplayer

Ich habe nur den Einzelspieler-Modus gespielt und kann daher keine Aussage über den Mutliplayer-Modus machen. Die Geradlinigkeit des Abenteuers dürfte aber für ein Mulitplayer-Spiel von Vorteil sein.

Eine Bewertung war nicht möglich

durchschnittliche Punkte aller Bewertungen: 6.83

Besonderheiten

In der kurzen Readme erfährt der Spieler, wie er ein eigenes Musikstück in das Modul einbinden kann, das dann an einer bestimmten Stelle, der schon oben angesprochenen Vampir-Bar, abgespielt wird. Da dies jedoch übermäßig umständlich ist, habe ich darauf verzichtet.

Spielspaß/Fazit

Obwohl gerade die Hintergrundgeschichte des Abenteuers und die Dialoge nicht völlig überzeugen konnten, hat mir "Mendors Erbschaft" trotzdem Spaß gemacht. "Mendors Erbschaft" ist ein geradliniges, ehrliches Hack'n'Slay-Abenteuer mit gutem Leveldesign. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Modul zu spielen. Ich hatte auf jeden Fall mehr Spaß dabei als schon bei so manchem Vollpreisspiel.

s Bewertung:
7.00 von 10 möglichen Punkten

durchschnittliche Punkte aller Bewertungen: 7.08

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